Das Google-Unternehmensprofil einrichten

Der eine Eintrag, der fast überall durchschlägt. Und die fünf Felder, die in Oberösterreich am häufigsten leer bleiben.

Von Paul Hölzl und Ben Braunsperger · Stand 16. September 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Wenn wir bei einem neuen Betrieb anfangen, schauen wir zuerst auf das Google-Unternehmensprofil. Nicht, weil Google die KI-Antworten macht, sondern weil dieselben Angaben von dort in erstaunlich viele andere Systeme wandern. Ein Profil, in dem die Öffnungszeiten seit zwei Jahren nicht stimmen, produziert falsche Antworten an Stellen, an die niemand denkt.

Anlegen oder übernehmen

Es gibt zwei Ausgangslagen, und die meisten Betriebe sind in der zweiten, ohne es zu wissen. Entweder es gibt noch keinen Eintrag, dann legen Sie ihn an. Oder es gibt schon einen, weil Google ihn aus anderen Quellen zusammengesetzt hat, und dann müssen Sie ihn beanspruchen. Der zweite Fall ist der häufigere und der ärgerlichere: Da steht dann eine Telefonnummer, die vor drei Inhabern aktuell war.

Suchen Sie Ihren Betrieb in der Google-Suche und schauen Sie, ob rechts ein Kasten mit Ihrem Namen erscheint. Steht dort ein Link sinngemäß „Inhaber dieses Unternehmens?“, ist der Eintrag unbeansprucht. Der Weg zur Übernahme führt über die Bestätigung, und die läuft je nach Kategorie über Telefon, E-Mail, Postkarte oder Video. Welchen Weg Sie angeboten bekommen, entscheidet Google. Diskutieren bringt nichts, warten schon.

Die Kategorie ist keine Formalität

Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchanfragen Sie überhaupt in Frage kommen. „Bauunternehmen“ und „Baumeister“ sind nicht dasselbe, „Gasthaus“ und „Restaurant“ auch nicht. Nehmen Sie die, die am genauesten beschreibt, was Sie tatsächlich den ganzen Tag machen, nicht die, die am größten klingt. Danach kommen Nebenkategorien für alles Weitere.

Ein Fehler, den wir oft sehen: Betriebe wählen die Hauptkategorie nach dem, was sie gern mehr verkaufen würden. Ein Installateur, der eigentlich Reparaturen macht, trägt „Heizungsbau“ ein, weil die Aufträge größer sind. Dann kommt er bei den Reparaturfragen nicht mehr vor, und das sind die, die täglich gestellt werden.

Einzugsgebiet mit Gemeindenamen

Im Profil lässt sich eintragen, wo Sie arbeiten. Nutz das, und tragen Sie Gemeinden ein, keine Umschreibungen. „Oberösterreich“ ist zu groß, um jemandem zu helfen. „Raum Linz“ ist gar kein Ort. Wer in Eferding, Pupping und Hinzenbach arbeitet, trägt Eferding, Pupping und Hinzenbach ein.

Das hat einen direkten Effekt auf KI-Antworten. Fragt jemand nach einem Betrieb in einer bestimmten Gemeinde, ist eine Quelle, in der diese Gemeinde wörtlich steht, brauchbarer als eine, in der „Region“ steht.

Die fünf Felder, die meistens leer bleiben

Leistungen. Eine eigene Liste, getrennt von der Kategorie. Hier gehört hinein, was Sie anbieten, in den Worten, in denen Kunden danach fragen würden. „Therme warten“ statt „Wartungsdienstleistungen“.

Attribute. Barrierefreier Zugang, Parkplatz, Zahlungsarten, Termin nötig oder nicht. Klingt nebensächlich, beantwortet aber genau die Rückfragen, die Leute stellen.

Öffnungszeiten für Feiertage. Ohne sie zeigt Google die regulären Zeiten, und jemand steht am 26. Oktober vor der verschlossenen Tür.

Beschreibung. Bis zu einer bestimmten Zeichenzahl, und die meisten nutzen sie für Werbesprache. Besser: Was Sie machen, für wen, wo, seit wann. Sätze, aus denen sich etwas entnehmen lässt.

Fotos mit richtigem Datum. Ein Bild von der aktuellen Werkstatt sagt mehr als fünf Bilder von 2018.

Was wir dabei machen

Wir legen Ihnen kein Profil an und verschwinden dann. Wir gehen die Felder mit Ihnen durch, schreiben die Leistungen so, wie Ihre Kunden fragen, und tragen das Einzugsgebiet mit den Gemeinden ein, in denen Sie wirklich arbeiten. Danach messen wir, ob sich in den KI-Antworten etwas ändert, und zwar mit denselben Fragen wie vorher.

Was wir nicht machen: Bewertungen kaufen, Kategorien stopfen, Ortsnamen in den Firmennamen schreiben. Das Letzte ist ein Verstoß gegen die Richtlinien von Google, und im schlechteren Fall ist Ihr Eintrag danach gesperrt statt sichtbar.

Kurz gefragt

Brauche ich dafür ein Ladengeschäft?
Nein. Auch ein Betrieb ohne Kundenverkehr kann ein Profil führen, dann als Dienstleister mit Einzugsgebiet statt mit Adresse. Die Adresse lässt sich ausblenden, das Einzugsgebiet bleibt sichtbar.
Wie lange dauert die Bestätigung?
Das hängt vom Weg ab, den Google anbietet, und das entscheidet Google, nicht Sie. Telefon und E-Mail gehen oft am selben Tag, eine Postkarte braucht länger, ein Video muss geprüft werden. Plane lieber zwei Wochen ein als zwei Tage.
Ich habe zwei Standorte. Zwei Profile oder eines?
Zwei. Jede Adresse, an der Kunden Sie antreffen, bekommt ihr eigenes Profil mit eigenen Öffnungszeiten. Zwei Standorte in einem Profil führen dazu, dass die Angaben für beide falsch sind.

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