Welche Einträge in Österreich zählen

Vier Plattformen tragen den größten Teil. Dazu herold, die WKO und ein bis zwei aus Ihrer Branche. Der Rest ist Beschäftigungstherapie.

Von Paul Hölzl und Ben Braunsperger · Stand 16. September 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Es gibt Agenturen, die Sie in zweihundert Verzeichnisse eintragen. Das klingt nach viel Arbeit und ist es auch. Es bringt nur fast nichts.

Der Grund: KI-Systeme lesen nicht zweihundert Portale. Sie lesen eine Handvoll, und die immer wieder. Der Rest ist Rauschen, das niemand abruft.

Dieser Artikel sagt, welche Handvoll das in Österreich ist, in welcher Reihenfolge Sie sie angehen und was dabei wirklich zählt.

Die Reihenfolge

1. Google-Unternehmensprofil

Die wichtigste Einzelquelle, mit Abstand. Nicht nur, weil Google-Dienste selbst darauf zugreifen, sondern weil die Daten von dort in viele andere Systeme wandern.

Was drinstehen muss: Name genau so, wie er auf Ihrer Rechnung steht. Vollständige Adresse. Telefonnummer, die jemand abhebt. Öffnungszeiten, und zwar die echten, inklusive Betriebsurlaub. Kategorie, und die richtige. Leistungen als eigene Einträge, nicht als Fließtext. Fotos, mindestens fünf, keine Stockbilder.

Der häufigste Fehler ist eine Kategorie, die nicht passt. Wer sich als „Bauunternehmen” einträgt, obwohl er Installateur ist, wird bei Installateur-Fragen nicht gefunden.

2. Bing Places

Der am meisten übersehene Eintrag in Österreich. Viele Betriebe haben keinen, und das ist ein Fehler, weil die Daten von dort in Systeme fließen, die auf Microsoft-Suche aufbauen.

Der Eintrag ist kostenlos und dauert zwanzig Minuten. Bing kann die Daten aus dem Google-Profil importieren, was den größten Teil der Arbeit abnimmt. Prüfe danach trotzdem alles nach, der Import lässt gern Felder aus.

3. Apple Business

Für alle, die am iPhone suchen, und das sind in Österreich nicht wenige. Apple Karten sind die Standardkarte auf jedem iPhone.

Auch hier: kostenlos, einmal anlegen, dann steht es.

4. WKO Firmen A-Z

In Österreich eine Standardquelle, und eine, die auffällt: Wer ein Gewerbe angemeldet hat, ist dort ohnehin gelistet. Die Frage ist nur, ob der Eintrag vollständig ist.

Sehr oft steht dort nur der Firmenwortlaut und die Adresse, keine Leistungen, keine Website. Das lässt sich im WKO-Portal selbst ändern und dauert eine halbe Stunde.

5. herold.at

Das größte heimische Branchenverzeichnis, und eines, das in unseren Messungen regelmäßig als Quelle zurückkommt. Ein Basiseintrag ist kostenlos.

6. Ein bis zwei Portale Ihrer Branche

Hier wird es unterschiedlich. Ein Installateur gehört auf Handwerkerportale. Eine Physiotherapeutin gehört in die Verzeichnisse ihres Berufsverbands und in die einschlägigen Gesundheitsportale. Ein Gasthaus gehört auf die Bewertungs- und Buchungsplattformen und zum Tourismusverband.

Welche das sind, sieht man am besten daran, was bei den eigenen Messungen als Quelle auftaucht. Genau dafür ist die Quellenliste im Check-Ergebnis da.

7. Ihre eigene Website

Klingt selbstverständlich, ist es nicht. Auf vielen Betriebswebsites steht die Adresse nur im Impressum und die Öffnungszeiten gar nicht.

Was auf die Startseite oder eine Kontaktseite gehört, in normalen Sätzen: Was Sie machen. Wo Sie sind. Für welches Gebiet. Wann Sie erreichbar sind. Wie man Sie erreicht.

Keine Werbesprache. „Ihr kompetenter Partner für individuelle Lösungen” enthält keine einzige Information. „Installateur in Sankt Martin im Mühlkreis, Heizung, Bad und Sanitär, im Bezirk Rohrbach und im Raum Linz” enthält fünf.

8. Ihre Bewertungen

Kein Eintrag im engeren Sinn, aber ein starkes Signal. Es geht dabei weniger um die Sterne als darum, dass laufend neue dazukommen.

Wichtig: neutral fragen, alle gleich. Nicht vorher fragen, ob jemand zufrieden war, und nur die Zufriedenen weiterleiten. Das nennt sich Review-Gating, und die Plattformen erkennen es.

9. Regionale Medien

Ein Bericht in der Bezirkszeitung oder auf dem regionalen Nachrichtenportal wird von KI-Systemen gelesen und zitiert. Das lässt sich nicht kaufen, aber man kann es anstoßen: eine Betriebsübergabe, ein Jubiläum, eine Lehrlingsauszeichnung, ein ungewöhnlicher Auftrag.

Was wichtiger ist als die Anzahl

Jetzt kommt der Teil, den die meisten unterschätzen.

Überall muss dasselbe stehen. Nicht ungefähr dasselbe. Dasselbe.

Wenn auf dem Google-Profil „Hauptstraße 12” steht, auf herold „Hauptstr. 12a” und auf einem alten Portal noch die Adresse von vor dem Umzug, dann hat ein KI-System drei Versionen der Wahrheit. Es wird sich für eine entscheiden, und Sie haben keinen Einfluss darauf, für welche.

Untersuchungen zur Datenrichtigkeit in KI-Antworten zeigen, dass ein erheblicher Teil der Angaben über Betriebe nicht stimmt. Das liegt selten daran, dass ein System sich etwas ausdenkt. Es liegt meistens daran, dass irgendwo eine alte Angabe steht und niemand sie weggeräumt hat.

Die drei Sachen, die am häufigsten falsch sind

Öffnungszeiten. Besonders nach einer Änderung. Wer im Sommer auf Durchgehend umstellt und es nur auf Google ändert, hat auf drei anderen Portalen noch die alten stehen.

Telefonnummern. Alte Festnetznummern, die auf niemanden mehr laufen. Handynummern von Mitarbeitern, die nicht mehr im Betrieb sind.

Leistungen. Der Klassiker: Ein Betrieb hat vor fünf Jahren aufgehört, etwas anzubieten, aber auf zwei Portalen steht es noch. Dann schickt die KI Kunden mit einer Anfrage, die man ablehnen muss.

Eine Checkliste zum Abarbeiten

So gehen Sie vor, wenn Sie es selbst machen wollen:

  1. Suchen Sie selbst. Geben Sie Ihren Betriebsnamen bei Google ein, dann bei Bing. Schauen Sie, was auftaucht, auch auf Seite zwei. Notieren Sie jeden Eintrag, den Sie finden.
  2. Legen Sie eine Liste an. Eine Zeile je Plattform, eine Spalte je Angabe: Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Website, Leistungen.
  3. Füllen Sie sie aus, wie es dort wirklich steht. Nicht, wie es stehen sollte.
  4. Markieren Sie die Abweichungen. Meistens sind es mehr, als man denkt.
  5. Legen Sie fest, was richtig ist. Eine Version, verbindlich. Am besten so, wie es auf Ihrer Rechnung steht.
  6. Korrigieren Sie von oben nach unten. Google zuerst, dann Bing, dann der Rest.
  7. Kümmern Sie sich um alte Einträge. Ein Portal, auf dem Sie nicht mehr sein wollen: Eintrag löschen lassen. Ein Portal, das Sie nicht mehr betreuen: trotzdem korrigieren, es wird gelesen.
  8. Tragen Sie sich eine Erinnerung ein. Zweimal im Jahr durchgehen. Plattformen ändern ihre Felder, Einträge veralten.

Das ist ein halber Tag Arbeit, und danach haben Sie mehr erreicht als mit zweihundert neuen Verzeichniseinträgen.

Was sich ändern wird

Eine Warnung zum Schluss: Diese Liste gilt heute. Welche Quellen die KI-Systeme lesen, ändert sich, und zwar ohne Ankündigung.

Deshalb ist die Liste auch nicht der eigentliche Punkt. Der Punkt ist das Prinzip: Überall dieselben, richtigen, vollständigen Angaben, und jemand, der regelmäßig nachschaut, ob es noch stimmt.

Wer das hat, ist auch dann gut aufgestellt, wenn nächstes Jahr eine andere Plattform wichtig wird.

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