Der Eintrag bei herold

Das älteste Verzeichnis des Landes, und eines der meistzitierten in unseren Messungen. Der kostenlose Eintrag reicht weiter, als Verkäufer behaupten.

Von Paul Hölzl und Ben Braunsperger · Stand 16. September 2026 · 5 Minuten Lesezeit

herold ist in Österreich das, was anderswo die Gelben Seiten waren, und es hat den Sprung ins Netz besser überlebt als die meisten. In unseren Messungen zu oberösterreichischen Betrieben ist herold.at eine der Domains, die am häufigsten als Quelle auftaucht, wenn ein KI-System eine Frage nach einem Handwerker oder einer Praxis beantwortet.

Erst nachsehen, was schon da ist

Fang nicht mit „Eintrag anlegen“ an. Suchen Sie zuerst Ihren Betrieb auf herold.at. In vielen Fällen gibt es schon etwas, weil Daten aus älteren Beständen übernommen wurden. Dann ist die Aufgabe nicht, etwas Neues zu schaffen, sondern das Vorhandene zu übernehmen und geradezurücken.

Warum das wichtig ist: Zwei Einträge zum selben Betrieb sind der schlechteste aller Zustände. Einer ist aktuell, einer nicht, und ein System, das beide findet, hat keinen Grund, dem richtigen zu glauben. Genau so entstehen die falschen Telefonnummern, über die sich Betriebe dann bei uns beschweren.

Was in den Gratiseintrag gehört

Der kostenlose Basiseintrag trägt mehr, als die Verkaufsgespräche vermuten lassen. Hinein gehören:

Firmenwortlaut in der Schreibweise, die Sie überall benutzt. Nicht einmal mit GmbH, einmal ohne, einmal mit Ortszusatz.

Kategorien. Ähnlich wie bei Google entscheiden sie, bei welchen Suchen Sie auftauchen. Auch hier gilt: eng und richtig statt breit und ungefähr.

Öffnungszeiten. Und zwar dieselben wie überall sonst. Wenn Sie am Freitag um zwölf zusperren, steht das auf allen Plattformen oder auf keiner.

Die Website. Sie ist die Brücke von dem Verzeichniseintrag zu Ihren eigenen, ausführlichen Angaben.

Der Unterschied zu den Paketen

herold verkauft Pakete, die bessere Sichtbarkeit innerhalb von herold.at bringen: Platzierung in den Ergebnislisten, mehr Gestaltungsmöglichkeiten, zusätzliche Inhalte. Das kann sich rechnen, wenn Ihre Kunden dort tatsächlich suchen.

Für die Frage, ob eine KI Sie nennt, ist die Rechnung eine andere. Was dort zählt, ist die Übereinstimmung Ihrer Angaben über viele Quellen hinweg, und dafür ist ein vollständiger Gratiseintrag genauso brauchbar wie ein bezahlter. Wir haben keinen Beleg dafür, dass ein Paket die Nennungsquote verändert, und deshalb sagen wir das auch nicht. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, soll die Messung zeigen.

Bewertungen bei herold

Auf herold lassen sich Bewertungen abgeben. Das ist ein weiterer Kanal neben Google, und für manche Branchen, etwa Gesundheitsberufe, ist er in Österreich durchaus gebräuchlich.

Dazu gilt dasselbe wie überall: Bitte alle Kunden gleichermaßen, nicht nur die, von denen Sie wissen, dass sie gut schreiben. Wer gezielt auswählt, betreibt Review-Gating, und das ist nach dem UWG angreifbar. Ausführlicher steht das in einem eigenen Artikel.

Der Kategorienbaum als Chance

Ein Detail, das wir bei Kunden immer wieder nutzen: herold hat einen ziemlich fein aufgelösten Kategorienbaum, feiner als manche internationale Plattform. Für spezialisierte Betriebe ist das ein Vorteil. Wer nicht nur „Tischlerei“ ist, sondern Innenausbau macht, findet dafür oft eine eigene Kategorie, und spezialisierte Kategorien haben weniger Konkurrenz.

Das hilft auch bei KI-Fragen, weil solche Fragen selten „Tischler in Linz“ lauten, sondern eher „Wer macht mir einen Einbauschrank auf Maß in Linz“. Wer nur in der breiten Kategorie steht, gibt dem System weniger, woran es anknüpfen kann.

Was wir konkret machen

Wir sehen nach, ob es Doppeleinträge gibt, räumen sie zusammen, füllen den Basiseintrag vollständig aus und gleichen die Angaben mit allen anderen Stellen ab. Wenn ein bezahltes Paket für Ihre Branche sinnvoll aussieht, sagen wir es, und wir sagen auch dazu, dass wir dafür keine Messung haben. Verkauft wird es von herold, nicht von uns, und wir bekommen dafür nichts.

Kurz gefragt

Muss ich für einen Eintrag zahlen?
Nein. Es gibt einen kostenlosen Basiseintrag. Die kostenpflichtigen Pakete kaufen bessere Platzierung und Gestaltung auf herold.at selbst dazu, nicht die Existenz des Eintrags.
Bringt ein bezahltes Paket bessere KI-Antworten?
Dafür haben wir keinen Beleg, und wir behaupten es deshalb nicht. Was messbar zählt, ist, ob Ihre Angaben dort vollständig sind und mit denen an anderen Stellen übereinstimmen. Das leistet auch der Gratiseintrag.
Da steht schon ein alter Eintrag von mir. Was jetzt?
Übernehmen statt neu anlegen. Zwei Einträge zum selben Betrieb sind schlimmer als ein veralteter, weil dann zwei widersprüchliche Versionen im Umlauf sind.

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